Die Oder - Das blaue Rueckgrat Wroclaws

Wroclaw ohne die Oder, das ist wie Weihnachten ohne den Weihnachtsmann. Die Stadt wird definiert durch den grossen Hauptarm und die unzaehligen Nebenarme der Oder. Es gibt ueber 12 Inseln und 120 Breucken in Wroclaw und jede einzelne traegt zum einmaligen Charme dieser quirligen Metropole Niederschlesiens bei. Auf Grund aller Flussarme, Bruecken und Inseln wird Wroclaw auch Polens Venedig genannt.

Bei den Roemern war die Oder bereits bekannt, allerdings unter dem Namen Viadrus oder Viadua. Als Odera wurde sie erstmals um 990 erwaehnt und zwar als westliche Grenze des fruehen Polens unter Mieszko I. Im Laufe der Zeit wuchs die Bedeutung der Oder fuer Wroclaw, einerseits als Handelsroute zwischen Russland, Deutschland und Bayern (daher stammt uebrigens auch der Reichtum der polnischen Haendler), andererseits als Lebens- und Energiequelle. Schon im 13. Jahrhundert wurden Daemme gebaut um die Landwirtschaft zu schuetzen und Wasserraeder und -muehlen nutzten die Stroemung der Oder zur Energieherstellung.

Heute hat die Oder zwei Haefen und spielt noch immer eine grosse Rolle als Handelsverbindung und daher fuer Wroclaw, die Handelsmetropole der Region.

Die Oder ist der zweitlaengste Fluss in Polen, der laengste ist die Weichsel (in polnisch Wisla). Sie fliesst 742km lang durch Polen und 112km in Tschechien. Dort ist uebrigens auch die Quelle der Oder im Odergebirge. Auf ihrem Weg zur Ostsee bildet die Oder fuer 187 km die deutsch-polnische Grenze.

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Uwe Preuss from France Reply Sep 30th, 2008

Die Oder ist eher das Trueb-baune Rueckgrad als das Blaue. Aber trotzdem eine faszinierende Stadt, in der ich gerade eine Woche auf den Spuren meiner Familie verbracht habe. Was man als "Ahnentourist" brauchen koennte, waere ein Stadtplan mit den polnichen und deutschen Strassennamen zur leiteren Orientierung.