Die Dominsel

Die Dominsel ist der Ort an dem Alles begann, hier bauten die ersten Siedler des slawischen Stammes der Schlesier eine Festung im 9. Jahrhundert. Damals handelte es sich wirklich noch um eine Insel in der Oder und bot daher guten Schutz fuer eine Siedlung.

In Wroclaws religioeser Geschichte ist aber das Jahr 1000 das entscheidende. Damals errichte Boleslaw der Tapfere eine Dioezese in Wroclaw. Er hatte sich die Gunst Ottos III, Kaiser des Heiligen Roemischen Reiches Deutscher Nation erworben und daher die Moeglichkeit eine Dioezese mit Bischofssitz in Wroclaw zu errichten. Er entschloss sich auf eben jener Insel einen Dom zu bauen und gab somit der Insel ihren Namen Dominsel, im Altpolnischen Ostrow Tumski. Wroclaw entwickelte sich zum religioesen Zentrum der Region. Die Dominsel verlor weder ihren Namen noch ihre Bedeutung als im Jahr 1810 der noerdliche Arm der Oder aufgefuellt wurde und Ostrow Tumski ploetzlich keine Insel mehr war.

Also, was hat diese heilige, ehemalige Insel heute zu bieten? Ruhe und Frieden jenseits der Hektik des Marktplatzes sind auf jeden Fall ein grosses Plus der Dominsel fuer heutige Besucher. Im Sommer ist es jedoch vorbei mit der Ruhe, da dann Heerscharen von Touristen ueber die Dominsel herfallen. Die restliche Zeit des Jahres bietet die Insel jedoch wunderschoene Spazierwege, auf denen abgesehen von ruhesuchenden Promenierern nur Glaeubige oder Ordensmitglieder deinen Weg kreuzen.

Natuerlich gibt es noch vieles mehr auf der Dominsel zu entdecken, der Dom ist nur eine von den Attraktionen. Er ist benannt nach Johannes dem Taeufer, dem Schutzheiligen der Stadt Wroclaw. Der heutige Bau des Doms stammt im Grunde aus dem Jahr 1241, wurde aber im Laufe der Zeit mehrmals erneuert und erhielt Anbauten. Wie jede andere europaeische Kirche auch ist der Dom natuerlich mehrmals niedergebrannt und zerbombt worden. Heute ist der Dom wunderbar restauriert und seine Zwillingstuerme sind ein Muss auf jeder Wroclawpostkarte. Du hast auch die Moeglichkeit mit dem Fahrstuhl bis nach oben zu fahren und den phantastischen Blick ueber die Stadt zu geniessen.

Eine weitere Sehenswuerdigkeit der Dominsel ist die Kirche des Heiligen Kreuzes. Es handelt sich eigentlich um zwei Kirchen in einem Gebaeude, da die Heilige-Bartholomeus-Kirche eine eigene Kirchenhalle hat. Das Gebaeude ist gross und schlank und eines der schoensten in Wroclaw.

Ausser den Kirchen befinden sich auch andere architektonische Hoehepunte auf der Dominsel. Die guterhaltenen, klassischen Haeuser der Erzdioezese zu Wroclaw saeumen die Hauptstrasse, ul. Katedralna. Hinter den Mauern und Zaeunen wirst du einige phantastische Beispiele der Gartenbaukunst entdecken koennen. Leider ist hier kein Zutritt, so dass nur Schummeln und heimlich ueber den Zaun Schauen hilft.

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"Der slawische Stamm der Schlesier" - eine völig neue Erkenntnis, vermutlich aus sozialistischer Zeit, als es nur slawische Geschichte geben durfte. Doch die Schlesier = Silinger waren ein ostgermanischer Teilstamm der Vandalen

Reply Mar 21st, 2010
United States

"Der slawische Stamm der Schlesier" - eine völig neue Erkenntnis, vermutlich aus sozialistischer Zeit, als es nur slawische Geschichte geben durfte. Doch die Schlesier = Silinger waren ein ostgermanischer Teilstamm der Vandalen

Reply Mar 21st, 2010
Gerald
Germany

Breslau

Reply Jun 19th, 2007